03 Juni 2011

Zwei Wahrheiten

1. Heute mal wieder alte CDs ausgegraben. OK Computer von Radiohead unter anderem. Schön, das wiedermal zu hören. Und erschreckend zutreffend ihre Beschreibung der Menschheit aus der Perspektive von fremden Erdenbesuchern. Immer noch.

up above aliens hover, making home movies for their folks back home. of all these weird creatures who lock up their spirits, drill holes in themselves and live for their secrets
(da oben schweben ausserirdische, sie drehen erinnerungsfilmchen für ihre leute zu hause. von all den merkwürdigen kreaturen, die ihre seele einsperren, löcher in sich bohren und für ihre geheimnisse leben.)

2. Heute mal wieder einen richtig guten Witz gehört!

How do you make God laugh? - Tell Him your future plans!
(Wie kann man Gott zum Lachen bringen? - Erzähl ihm von deinen Zukunftsplänen!)

doch vielleicht irr ich mich


ein irrlicht.
so unstet und wirr!
aber wie hell und wie licht.

ein irrlicht.
funkelt in herzen
leuchtet im gesicht.
nur lange bleiben kann es nicht

ein irrlicht
bin ich
verzettle mich.

26 April 2011

Baustelle

Dieser Baum muss offenbar renoviert werden.


Schön wärs. So sieht es natürlich nur aus. Leider wird er wohl weichen müssen, denn die Gerüste markieren die Ecken eines geplanten Luxusbetonkistlis am teuren Hang ob Ägeri.

22 April 2011

Furz der Titanen

Basel, 22. April, 09.31h, Botanischer Garten - Ein Augenzeugenbericht.

Türöffnung ist erst in einer halben Stunde, aber die Leute stehen schon jetzt bis weit zur Strasse hinauf an. Ich stelle mich dazu. Normalerweise stehen Menschen ja an, um als erste ein Kinderbuch in Händen halten zu können (Harry Potter), ein Erwachsenenspielzeug (iPhone/iPad) oder dafür, einem pubertierenden Milchbubi beim Rumhüpfen zuzusehen (Justin Bieber). Das alles ist ja schon ziemlich stupid, wenn man es sich mal genauer überlegt. Aber auch das hier ist nicht ohne. In der Schlange stehend kann ich das Lachen bald nicht mehr zurückhalten, die Situation ist einfach zu absurd.
Wir stehen hier nun also an, um für ein paar Minuten eine Pflanze anschauen zu können, die, abgesehen von ihrer stattlichen Grösse, gar keine positiven Eigenschaften hat, sondern im Gegenteil, vor allem deswegen bekannt ist, weil sie bestialisch nach Verwesung stinkt, sobald sie einmal blüht. So sagt man jedenfalls. Denn bis dato blüht sie wider Erwarten ja immer noch nicht und eine Dame hinter mir regt sich lautstark über die schlechte Organisation auf, es habe doch gestern Abend geheissen, die Pflanze blühe in der Nacht auf heute!
Die Stimmung ist also aufgeregt und etwas angespannt. Es wird gefachsimpelt, obwohl wir alle Laien sind, Erwartungen und Gerüchte werden ausgetauscht. Es fühlt sich geheimnisvoll und gut an teilzuhaben an so einem seltenen Ereignis. Die Vorfreude ist gross aber auch zaghaft. Niemand weiss, was uns genau erwartet. Und einigen wird die Anspannung eben auch zu viel, und sie werden stinkig, wie die Dame vorhin, fast als ob sie den so herbeigesehnten aber noch ausbleibenden Gestank der Titanwurz nun halt auf eigene Faust beisteuern wollten. In die Kategorie derer, die bis zum Himmel stinken, gehören ebenfalls die dreisten Vordrängler, die auch hier im sonst so gesitteten botanischen Garten leider nicht fehlen.
Wie bei Grossanlässen von Welt üblich steht sogar ein Sanitätsposten bereit. In der Schlange wird darüber gewitzelt, ob dies etwa mit dem üblen Gestank der Riesenpflanze zu tun habe, und nachdem alle überlegen darüber gelacht haben, wird es still und jeder sinnt im Geheimen etwas verunsichert noch mal darüber nach, ob nicht vielleicht doch etwas Wahres daran sein könnte.
Der Stimmung tut dies jedenfalls keinen Abbruch, im Gegenteil, jetzt wird es also sogar noch ein bisschen gefährlich! Und so zahlen alle brav die fünf Franken Eintritt (im blühenden (und stinkenden!) Zustand wird man das doppelte zahlen müssen) und stehen irgendwann in der sonst schon stickigen Tropenhausluft endlich vor dem surrealen Riesenteil.

Ich und der Stinkepeter

Sobald man dann gesehen hat, wie gross die Titanwurz wirklich ist und dass es sonst gar nicht so viel zu staunen gibt, wie man dachte, weil halt alles genau so aussieht wie schon auf der Webcam und auch noch gar kein bisschen stinkt, macht man schnell ein paar Beweisfotos und hofft, bald wieder von der drückenden feuchtwarmen Hitze wegzukommen.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Pflanze nun wirklich bald dazu bequemt so richtig loszustinken, damit nicht mehr die Leute in der Schlange diesen Job übernehmen müssen. Denn, so habe ich von sicherer Quelle eigenhändig erfragt, es ist tatsächlich in Ausnahmefällen auch möglich, dass die Pflanze einfach zu bleibt und uns so dann allen um so mehr den Stinkefinger zeigt.

PS: Aber das scheint nicht der Fall zu sein! Mittlerweile (19.46h) zeigt die Webcam deutlich die sich öffnende Blüte. Der Gestank geht also los - hole sich eine Nase voll, wer kann! Denn ich kann nicht mehr hin und es stinkt mir nun doch ziemlich, dass ich ein paar Stunden zu früh da war :(

12 April 2011

Dumm verkauft

Letztens habe ich ein Erdbeerjoghurt gekauft. Dieses hier nämlich:

Ich finde das ganz praktisch, wie die so verpackt sind. Man muss nämlich gar nicht erst näher rangehen um zu lesen, was es für ein Joghurt ist, man sieht von Weitem schon das Bildli auf der Packung und dann weiss man gleich, was drin ist.
Beim Heidelbeerjoghurt ist es im Fall auch so.


Sind Heidelbeeren drauf, sind auch Heidelbeeren drin. Das ist ganz Tubelisicher!
Nun, ich habe mir auch noch ein Naturejoghurt gekauft.

24 März 2011

Und dann kam Ladina

Erst dachte ich, Ladina sei der Name des süssen Babys, mit dem die Frau auf einen Spaziergang gegangen war. Gerade als ich anhob, Baby Ladina hallo zu jo-du-duu-en, erahnte ich meinen Irrtum, denn da kam die richtige Ladina angerannt und rettete mich vor dem Tritt in ein ziemlich unschmeichelhaftes Fettnäpfchen. Ladina hatte zottelige, lange Haare, war irgendwie nicht besonders hübsch und die Zunge hing ihr ständig aus dem Mund. Ladina war ein Hund.
Ich mag Hunde nicht. Einige von ihnen haben mich gebissen oder mir sonst Angst eingejagt, ohne dass ich ihnen je etwas zu Leide getan hätte. Zudem stinken sie. Und sie sind ja schon irgendwie dumm. Genau wie eben der Hund der Spaziergängerin. Ich meine, wie kann man bitte stundenlang vollmotiviert einem Ball nachhetzen, ihn geifernd zurückbringen, nur um ihm dann gleich wieder von Neuem hinterherzujagen? Katzen wär sowas zu blöd.
Nun, so etwa dachte ich, als ich Ladina in ihrer Endlosschlaufe zuschaute. Wir waren etwas mit der Frau ins Gespräch gekommen, und sie konnte ihre Warnung kaum zu Ende sagen, war es auch schon passiert: Ladina wollte jetzt mit uns spielen. Sie produzierte den vollgesabberten Ball aus ihrem Mund vor meine Füsse.
Äääh...
Aber das dauerte nur einen Augenblick.
Dieses - wegen eines trivialen Balls! - vor Enthusiasmus überschäumende Tier und sein Blick, der mir zeigte, dass es vor Vorfreude schier platzte, hatten mich meine Meinung über Hunde so schnell vergessen lassen, wie Ladina dem Ball hinterherjagte, den ich soeben für sie weggekickt hatte. Dieser Ladinahund war ja so lustig! Er brachte mich richtig zum Lachen. Und auch nach der x-ten Wiederholung des Spiels wurde es dem dummen Hund nicht langweilig. Uns aber auch nicht.

21 März 2011

Aus der Traum

Es ist schon verrückt. Noch vor einer Woche war die Stadt ein Meer von Farbe - und zwar Tag und Nacht!, die Gassen voll von Rhythmus und schrillen Tönen, die ganze Stadt ein riesen Spielplatz, ausgelassene, friedliche Stimmung. Einmalig!
Jetzt fahre ich durch die Stadt und es ist, als ob das alles nur ein Traum gewesen wäre. So schnell wars vorbei.
Ebenfalls vor einer Woche war auch die Katastrophe in Japan und der Schock darüber noch frisch. Immer mal wieder holte er mich ein, mitten im fröhlichen Getöse der Fasnacht entrückte und erdrückte er mich für einen Moment.
Ich fahre durch die Stadt und es ist, als ob das alles nur ein Traum gewesen wäre. So schnell wars für uns vorbei, weil die Welt halt doch nur auf der anderen Seite der Welt untergeht?

18 März 2011

...und scho isch wieder alles zämmegfägt

Hach, wie war sie schön die Basler Fasnacht! Hier ein kleines Laddäärnemüschterli für Daheimgebliebene, respektive Weitweggereiste ;)

Und noch das m.E. beste Sujet dieses Jahr:

15 März 2011

Ahaa

So so. Da muss also erst der Obersupergau geschehen, damit die Welt einsieht, dass Atomkraftwerke äuä doch e chli gefährlich sind.
Ich bin immer wieder erstaunt über die angebliche menschliche Intelligenz. Warum überhaupt wird denn bitte ein AKW in einer höchst erdbebengefährdeten Region gebaut? Anders gefragt: Als man es baute, nahm man so ein Szenario wie wir es jetzt haben halt einfach mal in Kauf - ah nein, das ist gar keine Frage, das ist wohl ein Fakt.