Montag, 8. Februar 2010

Saunackt

Im Alltag halten wir uns bedeckt. Wir bekleiden uns je nach Vorliebe knapper oder weniger knapp, aber allen ist gleich klar, welche Körperteile in der Öffentlichkeit besser nicht ans Licht kommen sollten. Und wenn das dann doch mal passiert, ist es uns unglaublich peinlich (wenn es unbeabsichtigt ist) oder es soll bewusst anderen den Kopf verdrehen (wenn es Absicht ist). Aber Nacktheit ist in unserem Kulturkreis ganz klar NICHTS neutrales.

In der Sauna ist alles ganz anders, oder soll es zumindest sein. Plötzlich soll Nacktsein normal sein. Wir, die wir draussen ständig mit der Message "Nackt = Sex" zugedröhnt werden, sollten nun plötzlich gar nichts derartiges denken und uns erwachsen unberührt zeigen. Alle natürlichen Schamgefühle in der Garderobe lassen und dann Augen zu und durch.
Ok, dann halt. Uns fällt es eh weniger schwer, sind wir doch umgeben von vielen...nun ja...sowieso nicht gerade solche Gedanken anregenden nackten alten Herren. Nur ihnen scheint es mit uns zwei jungen Frauen etwas anders zu gehen.

Alles in allem keine sehr angenehme Situation (obwohl das Saunieren an sich wirklich sehr, sehr gut tat). Vielleicht haben wir einen Spannertag erwischt? Vielleicht...sind wir zu...hmm??
Die Situation ist einfach zu weird!
Wie damit umgehen? Ich habe keine Ahnung.
Ihr vielleicht?

PS: Der Oberhammer war ja dann noch am selben Tag beim Abendessen, wo wir viele alte Bekannte sittlich in Kleider gesteckt sahen und sie uns auch und alle taten so, als wären wir uns nie zuvor begegnet... äääh!!!

Freitag, 29. Januar 2010

Im Spital

Wir sitzen und warten. Lange warten wir. Auf die Uhr hab ich nicht geschaut, aber gemessen an der Anzahl Schweizer Illustrierten, die wir durchgeackert haben, muss es wirklich, wirklich lange gewesen sein.
Daneben sehe ich die Leute kommen und gehen. Also die Besucher kommen und gehen. Die anderen müssen ja noch eine Weile bleiben hier im Spital. Die Besucher kommen vollbepackt mit Geschenken und gehen kurz darauf mit leeren Händen wieder. Es ist nicht Weihnachten und dass so viele Patienten hier im Spital gerade Geburtstag haben, kann auch nicht sein.


Nein, sie bekommen die Geschenke offenbar einfach nur darum, weil sie im Spital sind.


Diese Art von Schenkerei ist mir suspekt. Abgesehen von Weihnachten und Geburtstag bekommt man Geschenke ja normalerweise dann, wenn man etwas geleistet hat oder wenn einem jemand für etwas dankbar ist.
Was also bedeuten Geschenke im Spital? Vielleicht Gratuliere, dass du dir das Bein gebrochen hast! ? Oder Danke dir, ich bin froh, bist du im Spital und ich dich eine Weile los ? Oder beschenkt man die Kranken gar aufgrund der vortrefflichen Ausführung ihres Leidens? Bravo! Diese Nierensteine hast du wirklich gut gemacht!
Nein, auch wenn es logisch gefolgert ist, das kann natürlich nicht sein. Hoffe ich jedenfalls. Krankheit gilt ja in unseren Breitengraden gemeinhin als etwas Schlechtes. Aber wenn man Krankheit als etwas Schlechtes betrachtet, wäre es da nicht sinnvoller, die Patienten erst dann zu beschenken, wenn diese wieder genesen sind? Ich gratuliere zur wiedererlangten Gesundheit oder so? Oder noch eher müssten dann ja eigentlich die beschenkt werden, die gerade NICHT krank sind...
Ach, mir macht diese ganze Schenkerei einfach keinen Sinn. Klar macht man den armen Leidenden eine Freude, wenn man sie besucht. Aber wozu dann noch diese Alibi-Geschenke?
Zudem handelt es sich bei einem Grossteil davon ja erst noch um Schokolade (oder sogar Wein?), zu deren Konsumation man die Kranken meines Wissens ja nun wirklich nicht noch anstacheln sollte.
Was dann wieder für die Variante spräche, dass man den Patienten vielleicht doch einfach noch ein wenig länger los haben will.


Hmm...Mein Vorschlag ans Spital: All die Schokolade, die die Patienten bekommen, aber nicht essen dürfen, geht direkt an die armen Leute im Wartebereich.

Samstag, 9. Januar 2010

Schon gehört?

Neben dem Wort, dem Unwort, der Todesart und allerhand anderen Kuriositäten des Jahres, wurde soeben auch der beste Witz 2009 erkoren. Und der geht so:

Die Schweinegrippe kommt.

Samstag, 2. Januar 2010

2010 for President

Endlich! 2010! Bis kurz vor Jahresende war mir nicht bewusst, wie sehr ich 2010 herbeisehnte. Doch dann, langsam, streckte es seine Fühler in die letzten paar Tage des alten Jahres zurück und ich begann 2010 zu ahnen.
Schaut euch nur schon diesen optischen Unterschied an:

2009 ----- 2010

Gewaltig, nicht?

2009 ist wie "es schmeckt nicht schlecht, aber es haut mich nicht vom Hocker"
2010 ist wie "komm, wir leisten uns ein Abendessen im Gourmet-Tempel!"
2009 ist "ach, vielleicht mach ichs lieber doch noch nicht"
2010 wie "ich pack es an und probier es aus!"
2009 ist wie träumen von besseren Zeiten
2010 SIND die besseren Zeiten
2009 ist die Hoffnung auf einen besseren Präsidenten
2010 ist Obama! :D

2009 ist warten
2010 ist aufbrechen.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Füürio, ds 2010 chunnt!

(WZ-Kolumne)
Ich habe ja zum Glück nicht nur eine Geschirrspülmaschine in meiner Wohnung (die wir übrigens mittlerweile - stolz bin ich darauf nicht - viel zu regelmässig benutzen), sondern auch einen Cheminée-Ofen. Doch entgegen meiner ersten Annahme, war auch dieser nicht ohne Herausforderung.
Anfangs hat es mich nämlich schon einige Überwindung gekostet, einfach in meiner Wohnung ein Feuer zu machen. Ich meine, das geht nun wirklich gegen alles, was einem als Kind eingetrichtert wurde! Erstens, man züslet nicht umenand und zweitens schon gar nicht in den eigenen vier Wänden. Und dann ist es erst noch ein Holzhaus! Hui, so viele Verbote von früher, die immer noch wirken! Beängstigend!
Nun, natürlich machte ich das Feuer eben im dafür vorgesehenen Ofen. Aber trotzdem. Ein wenig war mir dabei schon mulmig zumute.
Doch kaum hab ichs getan, bereue ich es keine Sekunde. Ich kann, und darf!, in meinen eigenen vier Wänden füürle! Ist das nicht wunderbar?! Und wenn es dann brennt und ich entschieden habe, dass ich genug Holz angelegt habe, schaue ich einfach zu. Stundenlang. Und höre. Und empfange die Wärme.
Ich liebe es, das Feuer zu beobachten. Wie der Rauch sich aus den Ritzen des Holzes schlängelt und manchmal suchend am Boden herumschwirrt wie Nebel, wie die Flammen züngeln, wie sie süüferli das neu angelegte Scheit beschnuppern, es langsam abtasten, ansengen, ihm Zeit lassen, sich auf es einzulassen, aber doch keine Wahl. Das Feuer nimmt langsam, aber alles. Wie das neue Holz schliesslich auch mitzieht, sich ergibt, und dann mit dem Feuer eins wird. Wie das Feuer immer mächtiger wird. Die schönen warmen orange-Töne, die ich dank der Scheibe zwischen mir und dem Feuer von ganz nah beobachten kann. Die Hitze auf meinem Gesicht. Wie die Luft durch die Schlitze des Ofens zieht wie der Wind durch die Ritzen das Hauses, wenn es draussen stürmt. Wie das Holz knackt und auch der Ofen, wenn er langsam wärmer wird.
Dann bin ich Frieden.
Und lege noch einige andere überlebte Verbote an, die das Feuer dankbar auffrisst
.

Ich wünsche allen von Herzen ein starkes Feuer für 2010.
Falls du keine neuen Vorsätze hast, übergib ruhig auch mal ein paar alte Überzeugungen dem Feuer – Altes brennt ja bekanntlich besonders gut :-)

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Das Handwerkerdilemma

Wenn ein Handwerker in meiner Wohnung ist, weiss ich nie wohin mit mir. Das ist äusserst unangenehm! Und obwohl ich dankbar bin, dass einer kommt und mir den Kühlschrank flickt, ist mir erst wohl, wenn er wieder weg ist. Ja, weil...was soll man denn bitteschön tun, während da einer werkelt? Daneben stehen und stumm zuschauen? Würde mich zwar intressieren, was der so macht, aber nein, das geht ja nicht! Daneben stehen, zuschauen und mit ihm sprechen? Dazu drängt mich zwar meine höfliche Seite, doch lasse ich es, weil es nur funktionieren würde, wenn der Handwerker auch spräche. Die Handwerker jedoch, die ich bisher getroffen habe, sind noch wortkarger als die Heizung oder der Kühlschrank, den sie reparieren sollen.
Die Reaktion, die sich bei mir dann jeweils automatisch einstellt, ist, dass ich auch so tue, als sei ich schwer beschäftigt. Räume um, schichte etwas auf, packe etwas ein - unnützes Hantieren. Offenbar findet es meine höfliche Seite unangebracht, nichts zu tun, während jemand anwesend ist, der arbeitet (auch wenn ich vor dem Eintreffen des Handwerkers seelenruhig nicht viel getan habe und das auch genoss).
Wichtig dabei ist, dass ich mein Alibi-Getue in einem anderen Raum verrichte. Er käme sich ja sonst womöglich doch beobachtet vor. Und schliesslich will ich auch, dass er gute Arbeit tut - beobachtet arbeitet es sich nicht gut.
Zu weit weg darf ich allerdings auch wieder nicht, er sollte mich nämlich unbedingt noch hören, denn das wäre ja dann auch sehr unhöflich, wenn er fertig ist mit seiner Arbeit, und mich erst noch suchen muss in der fremden Wohnung.
Also hacke ich jetzt besonders hörbar auf der Tastatur herum und hoffe, dass dieser Post hier nicht früher fertig ist als der Handwerker.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Jeder Rappen...NERVT!

Liebes Radio wo bewegt.
Ich habe nichts dagegen, dass "die ganze Schweiz" Geld sammelt für einen guten Zweck. Es freut mich ja auch irgendwie, dass Schulklassen sich mit ihren Spendeaktionen überbieten und so eine Art Spende-Competition entsteht.
Aber warum müssen dafür die Hörer gefoltert werden? Mit DIESEM Satz, der 50 mal pro Stunde heruntergeleiert wird? Mit DIESER Melodie, die bei mir schon längst Brechreiz auslöst? Mit hungerleidenden, übernächtigten Moderatoren, die es einfach nicht mehr im Griff haben und nur noch nerven?
Ihr habt wohl erreicht, was ihr wolltet, nämlich, dass die ganze Schweiz noch nachts von dem scheiss Rappen träumt - nur spenden, nein, es tut mir leid, so kann ich das nicht.